Blutenburg

blutenburg_014.jpgNachdem der resignierte Bayernherzog Sigismund (1439–1501) die inselartig vom Würmwasser umflossene Blutenburg zu seinem Ruhesitz erkoren hatte, ließ er Haupthaus und Ökonomiegebäude zu einer einheitlichen Anlage zusammenfassen, einem ländlich-weiträumigen Grundstück zum beengten Alten Hof in der Residenzstadt München. Obwohl sich in Turm IV eine den Heiligen Andreas und Georg geweihte Kapelle befand, ließ er 1488 durch die Bauhütte der Münchner Frauenkirche vermutlich nach Plänen Jörg von Halsbachs ein weit repräsentative, eigenständige Schlosskapelle hinzufügen, deren Ausstattung sich bis gegen 1500 hinzog. Ende des 17. Jahrhunderts dürfte ihr bis dahin spitz auslaufender Dachreiter erstmals eine Zwiebelkuppel erhalten haben.

 

Schon auf den ersten Blick offenbart sich die wie eine sakrale Schatzkammer anmutende Schlosskapelle als ein bis auf die Wandmalereien unversehrtes Gesamtwerk der Spätgotik von überragender Qualität. Mit der Ausstattung der Kapelle, die dadurch zugleich zum Wappensaal und Abbildung des “Hauses” Wittelsbach wurde, beauftragte Herzog Sigismund die besten Münchner Künstler seiner Zeit.

 

Gottesdienst: Freitag, 18.00 Uhr